Besuch des Regensburger Weihnachtsmarkt am 06.12.2019

Traditionellem Handwerkstreiben auf Schloss Thurn und Taxis

Dem Angebot der Ski- und Bergsportabteilung des PSV Putzbrunn, „Regensburg mit seinen Weihnachtsmärkten“ zu besuchen, sind 26 Personen gefolgt.

Nachdem das Wetter auch mitspielt, (-6 Grad) treffen sich 21 Personen pünktlich um 9 Uhr am U-Bahneingang des Michaelibades, weil die U-Bahn zuverlässiger ist  als die S-Bahn. 3 Personen treffen wir später am Bahnsteig des Hauptbahnhofes. Die entsprechenden Bayerntickets hat der Organisator bereits zwei Tage vorher am Ostbahnhof gekauft. Am Hauptbahnhof kaufen einige noch schnell eine Fischsemmel beim Gosch. Der Regionalexpress ist leider stark frequentiert, so dass wir weiter auseinandersitzen. Daher muss leider das Absingen von Weihnachtsliedern ausfallen. Um 11.15 Uhr erreichen wir Regensburg. Zu uns gesellt sich noch Gerhard H. aus Ansbach, der sich auch angemeldet hatte. Zügig marschieren wir über die Maximilianstraße zum  Hotel Maximilian. Dort wartet schon unsere junge, attraktive Stadtführerin, Frau Jasmin Neumayer, von der Organisation „Stadtmaus“.

Mit dem Thema “Bettler, Gaukler, Henker und Dirnen”

erzählt sie uns, das Regensburg einst eine reiche Handelsstadt war. In der Altstadt mit ihren knapp tausend Denkmälern aus zweitausend Jahren ist alles erhalten geblieben. Die Festungswehre der Römer, die Residenzen von Herzögen, Königen und Kaisern, Häuser und möglichst hohe Türme reicher Patrizier, Kirchen und Klöster der Bischofstadt. In den Schatten der engen Gassen waren Elend und Lustbarkeiten, "heimliche" Frauen, fahrende Spielleute und der Henker mit seinen vielfältigen Aufgaben zu Hause.

Warum braucht eine Stadt in der Zeit von 1000 bis 1700 genau diese Leute? Damals war Regensburg neben Köln die einzige große Stadt mit ca. 25 000 Einwohnern. Eine Handelsstadt, die ihre Bürger schützt. Um eigene Frauen zu schützen und Lustbarkeit der Kaufleute zu befriedigen, hatte die Stadt vier Frauenhäuser. Die Dirnen waren mit einem gelben Tuch, Bluse, Rock oder anderem Kleidungsstück zu erkennen. Das war auch ein guter Wirtschaftszweig der Stadt. Im Mittelalter waren das Böse und Dämonen allgegenwärtig. Um diese Personen, die angeblich mit Dämonen besessen waren, kümmerte sich der Henker, als Stadtangestellter mit gutem Gehalt. Der Henker war auch in medizinischem Bereich ein Alleskönner. Einerseits von den Leuten gemieden, weil er mit Dämonen zu tun hatte, andererseits beliebt wegen seines Fachwissens. Die Leute kamen lieber zum Henker als zum Arzt, um behandelt zu werden. Seine Ausbildung dauerte drei bis fünf Jahren. Dazu gehörte der Umgang mit einem großen Schwert für die Hinrichtung der Verurteilten. Bevor ein Gericht sie für schuldig befand, wurden die Verdächtigen in der Folterkammer, damals Fragstatt, im Keller des historischen Rathauses zum Geständnis gezwungen, bzw. nachgeholfen. Aber das Volk wollte einen gesunden Straftäter sehen. Der gefolterte wurde vom Henker wieder gesund gemacht. Je nach dem Art des Vergehens wurde die grausame Hinrichtung an einem bestimmten Ort vorgenommen. Frau Neumayer berichtet von Hinrichtungen wie Vierteilen (Pferde), Enthauptung, Ertränken (Säckung), und Hängen. Allerdings wurde der Henker jährlich mit ca. 5  derartigen Hinrichtungen  beauftragt.

Warum ein Bettler in der Stadt eine Rolle spielt? Im Mittelalter konnte man "Punkte sammeln" für den Himmel. Ein reicher Mann tat es mit einer Spende an Bettler. Der Bettler musste vorher ein Bettlerdiplom erhalten, das zeigt, dass er fähig war zu beten. Dieses wurde von der Kirche ausgestellt. Außerdem war es genau geregelt, zu welchen Tageszeiten und wo gebettelt werden durfte.
Wegen ihrer deutlichen und starken Stimme kann jeder unsere Führerin hervorragend verstehen. Unser häufiger Ortswechsel verhindert, dass wir wegen der nun bitteren Kälte festfrieren.
Nach Ende der Führung verschwinden wir alle in die für uns reservierte Domstube des Restaurants Weltenburger Dom. Unsere Stimmung ist prima und über das ausgezeichnete Essen hört der Berichterstatter keine Klagen.

Anschließend gehen wir alle gemeinsam zum Weihnachtsmarkt auf Schloss Thurn und Taxis. Wir schlendern über diesen bezaubernden Markt mit seinen ausgezeichneten, traditionellen Handwerksständen.   

Der „Romantische Weihnachtsmarkt auf Schloss Thurn und Taxis zu Regensburg“ zählt angeblich zu den schönsten Weihnachtsmärkten der Welt. Im Schutze der imposanten Schlossfassade von St. Emmeram erstrahlt der Innenhof durch Tausende von Kerzen, Laternen und Fackeln in einem weichen, stimmungsvollen Licht. Inmitten des liebevoll herausgeputzten Dorfes aus weihnachtlich dekorierten Holzhäuschen ragt ein mächtiger, prachtvoll geschmückter Weihnachtsbaum hervor.

Meister fast vergessener Kunsthandwerke und traditionelle Handwerker – vom Drechsler und Schmied bis hin zum Kerzenzieher oder dem berühmten „Hutmacher am Dom“ – produzieren in weihnachtlich geschmückten Holzhäuschen ihre Waren und Unikate. Überall sorgen in den Budenstraßen offene Feuerstellen für Wärme und Behaglichkeit. Über ihrer Glut werden zahlreiche Glühwein-Spezialitäten bereitet. Viele gastronomische Schmankerl – von „Wildschwein am Spieß“ über die traditionelle „Regensburger Knackersemmel“ – runden das kulinarische Angebot ab.

Nach ausgiebigem Rundgang  wärmen wir uns im Cafe des Schlosses auf.  Um 17 Uhr  erscheint auf dem Prunkbalkon das „Fürstliche Christkind“. Es trägt ein heiter besinnliches Gedicht vor. Unter jahrhundertealten Ahornbäumen, umgeben vom süßen Duft gebrannter Mandeln und Zuckerwatte, erwarten die jungen Besucher im Kinderzauberwald nostalgische Fahrgeschäfte.

Um 18 Uhr treffen wir uns alle wieder am Haupteingang und marschieren zum Bahnhof. Unser Zug ist erneut voll, aber Rosi kämpft sich mit ihrem Heidelbeerlikör und Plätzchen zu uns allen, damit wir die Heimfahrt besser überstehen. Schlussendlich überreicht Tanja M. dem Organisator zum Dank noch eine Flasche äußerst edlen 40 prozentigen Waldhimbeergeist.

Günter A.

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