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Putzbrunner Sportverein

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Pannacotta und Spiele

Leichtathleten, Gewichtheber und Volleyballerinnen gemeinsam im Trainingslager in Italien

Die Osterferien lassen sich gemütlich in Putzbrunn genießen. Oder man fährt in das 673 km entfernte Cattolica (unterhalb von Rimini), um dort in eine strikt durchgetaktete Trainingswoche mit Leichtathleten* einzutauchen. Würde man das alleine machen, hätte man vermutlich keinen Muskelkater. Aber so ist es nun mal, wenn man einen großen Bus mietet, denn man bis zur Decke mit verschiedensten Geräten und Trainingsmaterial vollpacken kann. Es bleibt sogar noch Platz für 49 Kinder und Jugendliche der Abteilung Volleyball und Leichtathletik sowie ein paar übermotivierte Trainer. Mit einer unkomplizierten Spendenaktion wurde es auch zwei ukrainischen Mädchen möglich mitzufahren und mit sportlichen Events das Geschehene für eine Woche zu vergessen. Wer nicht reingepasst hat, musste auf andere Reisemittel ausweichen. Leider haben wir vor der Reise bereits 3 COVID-Ausfälle zu verzeichnen, was wir alle sehr bedauern.

Um dem schlechten Wetter in Bayern zu entkommen (inzwischen fiel der erste Aprilschnee), ging die Reise schon um 05:00 Uhr des 9. April los. Der bis dahin aufgebaute Schlafrückstand konnte problemlos kompensiert werden. Während die Trainer verbissen am Trainingsplan arbeiteten, motivierte Martin (unser Buskapitän) die Mitreisenden mit seinen freundlichen Erläuterungen zum Reiseverlauf und spendierte eine Runde „Eine Nacht im Museum“. Die Rast unterwegs nutzten die Volley Mädels prompt, um einen armen Esel als Mannschaftsmaskottchen zu engagieren. Jedwede Beleidigung des neuen Teammitglieds (Flappy) als „das Viech“ oder „“Gaul“ wurde strikt verboten. Nach vielen beantworteten oder ignorierten Fragen wie etwa „Wann sind wir da?“, „Wie lange fahren wir noch?“, „Kriegen wir dort was zu essen?“, „Dürfen wir gleich zum Strand?“, „Dürfen wir die Maske absetzen?“ und „Wie viele Liegestütze muss ich machen, wenn ich frage, wie lange es noch dauert?“ hat unser Bus am frühen Nachmittag Cattolica erreicht und wir alle stürzen uns bestens gelaunt und bei sonnigem Wetter ins Hotel.

Nach einem schnellen Mittagessen, dem Ausladen des Busses und Verteilen auf die Zimmer, wartet schon die erste Trainingseinheit (Man darf den Trainingsrhythmus nicht verlieren😉). Während die Leichtathleten ordentlich Laufkilometer bolzen und Gewichte durch die Luft befördern, pflügen die Volleyballerinnen den halben Strand von Cattolica und dürfen sogar etwas beachen. Alle werden für ihre Geduld während der langen Fahrt mit gutem Wetter belohnt, bis kurz vor dem Abendessen dunkle Wolken erscheinen und ein Sandsturm alle vom Strand vertreibt. Man muss ja schließlich nicht gleich am Anreisetag 3 Stunden trainieren. Nach Auffüllen der Energiespeicher gab es gemütliche Spiele und eine intensive Chilleinheit. Und eine kleine Geburtstagsfeier (sweet sixteen), die bereits im Bus begann.

Niemand – selbst diejenigen, die den Wochenplan auswendig gelernt hatten, ahnte, was in den kommen Tagen wirklich bevorstand: Jeden Morgen zwischen 6 und 7 Uhr aufwachen, den ersten Stress in Form des Frühlaufs und Morgengymnastik von 07:30 um 08:00 verdauen (Frühstücksbüffet), um dann die erste Trainingseinheit von 09:30 bzw. 10:00 bis 12:00 zu genießen, gefolgt von einer kleinen Zwischenpause um 13:00 beim Mittagessen mit 3-4 Gängen und der 2. Trainingseinheit von 14:30 bis ca. 17:00. Das Abendprogramm bestand aus dem gemeinsamen Abendessen um 19:30 und einem Abendevent, welches um 22:00 endete. Jeder Tag wurde um 23:00 mit einem Zapfenstreich beschlossen. Die Intensität der Trainingseinheiten wurde im Laufe der Tage pyramidenförmig gesteigert, so dass am Gründonnerstag die Spitzenintensität erreicht werden konnte. Während die Leichtathleten an Höhen, Weiten, Zeiten und technischen Feinheiten feilen, optimiert das Team Volleyball Aufschlag, Zuspiel, Technik und Taktik. Bei den geplanten gemeinsamen Events ist es Ziel Gemeinsamkeiten, Zusammenhalt und Teamgeist des PSV auszuweiten.

Ein weiterer Grund für den Abschluss des Trainingslagers bereits am Donnerstag ist die abnehmende Konzentration mancher Trainer beim Zählen der Wochentage. Das wichtigste Ziel des Trainingslagers war natürlich – sonst wären nur Martin und die Trainer mitgefahren – die Photoshootings, das Team Building und das Shopping. Gehen wir mal nur auf die Events, die dem Presse-/Phototeam bekannt geworden sind: Während am Sonntag (10.04) die kleineren Athleten auf eine Nachtwanderung gingen und sich Gruselgeschichten erzählen, stürzten sich die älteren Sportkameraden in einen sog. Speed Dating Abend. Es durften innerhalb von 2 Minuten lustige und trickreiche Fragen gestellt werden, ohne beantwortet werden zu müssen. Und dann wurden die Partner gewechselt. Die Teilnehmer waren so in ihre „Dates“ vertieft, dass sie das lauthalse Singen des Trainerteams nicht bemerkten. Dabei gaben die Trainer ihr Bestes, und das nicht nur beim alten Lagerfeuerrepertoire der 1980er, sondern hauten auch ein paar moderne Hits raus (Cro, „Pocahontas“, Ich & Ich, Kings of Leon). Möglicherweise wurden die „alten“ einfach ignoriert, weil zu peinlich. Sie durften aber länger aufbleiben und mussten für das Verpassen des Zapfenstreichs beim morgendlichen Joggen büßen.

Man munkelt, dass die sich spontan gefundene Trainingslager Accapella Band in derselben Besetzung auch auf der Wachhütt’n auftreten würde / sollte / wollte. Der erwartete schwere Montag (11.04) wurde durch eine ausgiebige Ice Time, eine intensive Einheit „Panna cotta“ und eine Bastelrunde (Flatterbälle) für die Leichtathletikjunioren abgeschlossen. Die geplante Filmnacht für die Ballartistinnen wurde vertagt schließlich muss man nicht nach Italien fahren, um dort den Netflix-Account anzuwerfen (das wird ein guter Grund, um eine Revival-Party dahoam zu veranstalten). Das Trainerteam tagte wie üblich lange und feilte an den nächsten Trainingseinheiten und Challenges bis zum Sonnenaufgang. Die pyramidenförmige Intensitätsstruktur sah eine Belastungsdelle am Dienstag (12.04) vor, die auch sehr gezielt implementiert wurde. Ein Teil der Trainingsgruppe hat einen motorisierten Nachmittag in Go-Karts, während der andere mit 1-Gang-Rädern die Küste bis nach Riccione erkundete und eine zweite Eis-Einheit genoss. Es gab einen ersten Kontakt mit der lokalen Spezialität „Piadina“. Wer sich nicht traute, nahm eine Mini-Pizza. Der Rückweg vom Radlausflug war recht zügig, denn es war dank Gegenwind sehr zugig. Nach dem Abendessen gab es die Volley Night. Um hier die Chancengleichheit zu wahren, wurden die Teams gemischt.

Die Volleyballerinnen hatten somit die Gelegenheit, sich als Trainerinnern in ihren Mannschaften zu betätigen. Die Spielregeln waren relativ leicht und wurden perfekt und mit Grazie eingehalten: nicht fangen und werfen, nicht mit Sand werfen, ohne Taschenlampe spielen, laute Musik, 4 Spieler auf dem Feld, 8×8 Meter, Netzhöhe ca. 3-4 Meter, Wind aus allen Richtungen, Sieg bei 11 Punkten, Netzkontakt nicht erlaubt, Kontakt mit dem Gegner (gewollt oder zufällig) wird bei 3 Burpees gewürdigt, ein Ball darf leuchten, jeder darf /muss mitspielen, Trainer halten sich zurück, die Herren der Schöpfung sind Gentlemen. Eine lange Vorrunde, in der jedes Team gegen alle anderen gespielt haben sollte (sofern dass in der Dunkelheit planbar und möglich war), ergab vier Mannschaften, die sich für die Halbfinals qualifiziert hatten. Alle Spiele waren übrigens spannend und schön ausgetragen, nimmt man die mangelhafte Beleuchtung zur Kenntnis. Die Halbfinals und die beiden Finals waren trotz fortgeschrittener Tageszeit (12.04) abwechslungsreich und knapp. Der Strand von Cattolica hatte bis dahin noch nie so etwas Schönes gesehen.

Am Ende setzte sich die optimale Mischung aus athletischem Können und graziöser Ballbeherrschung durch. Hier die Ergebnisse der Volley Night:

  1. Die Bonzen
  2. NNET
  3. (JM)2
  4. Bäda & The Chicks
  5. Team 7
  6. Die Bayrische Verfassung
  7. Die Sandjäger
  8. Schiris (haben kein einziges Mal gewonnen)

Die Siegerehrung wurde aus Gründen der Müdigkeit erst beim nächsten Frühstück durchgeführt. Hier gab es handverlesene, individuelle Preise und einen Riesenapplaus, während parallel dazu weitere Pfannkuchen, Butterbrote und Omeletts vertilgt wurden. Der Mittwoch (13.04) begann gleich mit dem athletischen Höhenpunkt des Trainingslagers – einem gemeinsamen Schnelligkeits- und Sprungkrafttraining für das Team Volleyball und Leichtathletik. Ja, auch die Volleyballerinnen meldeten sich zum Leidwesen ihres Trainers und seiner Waden geschlossen zu dieser Einheit im Stadion an; dafür wurde ihnen das morgendliche Joggen erlassen. Ein paar Lauf-/Sprung-ABC Übungen, fliegende Sprints auf Zeit und Treppensprünge (die waren echt lang und steil) waren eine gute Vorbereitung für den abschließenden Staffellauf über 4x 100 Meter.

Da in der Rennbahn neben dem Stadion gerade nichts lief, musste die angespannte Stille durch laute Anfeuerungsrufe der Trainer und Funktionsträger gefüllt werden. Am Ende der Staffel wurden neben der Laufzeit auch die Lauftechnik, das korrekt Anheben der Knie, die Power beim Bodenabdruck, die Geschwindigkeit des Anfersens, die Eleganz der Körperhaltung, die Erscheinung und das Lächeln beim Überqueren der Ziellinie bewertet. Das Schiedsgericht sitzt immer noch an der Auswertung dieser so unterschiedlichen Kriterien. Bereits beim fliegenden Sprint hat sich ein minimaler Muskelkater angedeutet, der komischerweise auch am nächsten Tag anhalten sollte. Zerrungen und leichte Verletzungen wurden sofort durch Kältepacks und später durch Tapes behandelt. Nachmittags gab es für die Leichtathleten eine weitere eher technische Einheit im Stadion diese begann mit einem lockeren 5 KM Einlauf durch einen wunderschönen Naturschutzpark, während die Volleyballer im Sand locker ihre Technik vertiefen konnten.

Obgleich locker bei so einem starken Wind gar nicht möglich ist: Der Ball landet auf derselben Stelle, wo er geschlagen wurde. Um einen positiven Energiefluss zwischen den ganzen Trainings sicherzustellen, wurden Yoga- Einheiten von Sofie durchgeführt. Dabei wurden bisher unbekannte Muskelgruppen entdeckt und aktiviert. Eine hervorragende Regeneration für alle Athleten und Trainer. Im Volleyballteam wurden ein paar zirkusfähige Gymnastinnen entdeckt, aber sie haben sich entschieden, dem Ballsport treu zu bleiben. Zur Vertiefung der Regeneration wurden auch Black Role Module auf dem Dach unseres Hotels an mehreren Tagen eingebaut. In der übrigen Zeit nutzen alle Trainer das Dach für ausführliche Chill- und Relaxationseinheiten unter der Sonne. Das nicht minutiös durchgeplante Abendprogramm am Mittwoch ging an verschiedenen Orten in verschiedenen Gruppen und Trupps wie erwartet ohne Zwischenfälle zu Ende. Der letzte TL-Tag, der Donnerstag (14.04), begann mit einem Lauf durch Cattolicas Fußgängerzone und ende im Frühstückraum. Dieses Frühstück war wohl das wichtigste während der ganzen Woche. Denn es standen schwierige Challenges bevor. Die ersten Challenges starteten um 10:00 Uhr. Es galt, die ganze Kraft, Schnelligkeit und Geschick einzusetzen. Für die erste Runde der Challenges wurden ausgeglichene gemischte Teams zusammengestellt, die beim Seilspringen, Weitsprung, Kugelstoßen und Staffellauf gegen einander antraten. Dass es keine Ball-Challenges gab, ist den Volleyballern wohl nicht aufgefallen; schließlich kamen sie bereits während der Volley Night auf ihre Kosten. In der zweiten Runde ging es alleine um die Chemie innerhalb der Teams, Kohäsion und kooperative Entscheidungsprozesse: Sandgrube, Armdrücken, Tauziehen und Hindernis-/Rutschparcour verlangten den Athleten und dem Schiedsgericht alles ab. Es war laut, etwas anstrengend und vor allem lustig. Das Hindernisparcours auf dem Kinderspielplatz mit der Rutsche gewannen unter lautem Jubel die tapferen Spartaner.

Die Auswertung nahm, wie schon bei der Volley Night, zwar viele Ressourcen, Taschenrechner und Stifte in Anspruch, die Siegerehrung konnte aber bereits beim Mittagessen durchgeführt werden. Die Platzierung der Gesamtwertung der acht Team Challenges lautete:

  1. Sparta
  2. Die Pferdemädchen
  3. 4forFour
  4. Bayerische Verfassung
  5. Torsten ohne Ha
  6. Die Kreativen
  7. Anonym 0815
  8. Team ABC

Nach der Verkündung der Platzierung stand für alle Trainingsgruppen eine intensive Chill-Einheit auf dem Programm. Mit Ausnahme der Trainer: sie waren bereits in die Ausplanung der Rückreisevorbereitungen vertieft. Einige Sportler waren mit dem Programm nicht ganz einverstanden und beachten noch ein paar Satze miteinander. Miri gab am Strand ihre Photokünste bei individuellen Photoshootings zum Besten. Die Volleyballerinnen belohnten sich dann mit einer Runde Piadina an der Strandbar und überlegten sogar über ihre dritte Ice Time nach. Das Abendprogramm wurde mit einer Soccer Night am Strand eingeläutet um 20.30 Uhr fanden sich die Fussballwilligen Athleten am Strand ein um mit einem Leuchtfußball und Leuchtarmbändern (Teamfarben Rot,Gelb Grün und Blau) den letzten Abend zu einem sportlichen Event werden zu lassen. Die Teams wurden wieder bunt gemischt die einzelnen Matches waren sehr ausgeglichen und zum Schluss siegte das Team „xxxxx“ nach tollen Pässen und erleuchteten Fußballtricks. Für die „Resttruppe“ reichte das Spektrum von leise feiern, gemütlich packen, laut singen, spazieren gehen, laut feiern, Flüssigkeitsspeicher auffüllen, Panna cotta Wettessen, ob des zu Ende gehenden Trainingslagers schluchzen bis hin zu am Strand frieren oder chillen auf dem Dach. Verabschiedet wurde der letzte Trainingslagertag mit einem emotionalen „Gute Nacht, Freunde!“. Die intensiven Einheiten gingen für den Großteil der Trainingslagerteilnehmer zu Ende, aber nicht für alle. Einige zum Teil dezimierte Kaderathleten absolvierten am Karfreitag eine anstrengende morgendliche Einheit vor dem Frühstück. Das Frühstück verlief schneller als sonst, denn jeder hatte das Gepäck zu verladen und die Zimmer für die Kontrolle vorzubereiten. Die Rückreise begann fast pünktlich um 09:03 Uhr. Unterwegs wurden die notwendigen Pausen gemacht. Im Bus war Schnarchen zu vernehmen. Den medialen Höhepunkt der Busfahrt bildete „Der Schuh des Manitu“. Die Ankunft dahoam war nicht tränenreich. Jeder freute sich, endlich die echten Ferien genießen zu dürfen. Die Premiere – gemeinsames Trainingslager zwischen Leichtathletik und Volleyball – war ein voller Erfolg. Nicht nur die Jugend hat sich gut und nett ergänzt.

Auch die Trainer waren in der Lage, trotz völlig verschiedener Fachgebiete konstruktiv zu interagieren. Dass jeder seinen Spaß dabei hatte, war immer zu hören. Die Abteilungen haben einen sehr guten Kontakt aufbauen und voneinander was lernen können. Auch toll war, dass auch Experten für andere Disziplinen mit am Start waren: Basketball, Gewichtheben, Yoga. Man möchte fast gar nicht bis Ostern 2023 warten. Wir hoffen, dass sehr bald ein ähnliches Event stattfindet. Und diesmal alle dabei sind, die in Cattolica nicht dabei sein konnten. Wir haben euch vermisst und nehmen euch 2023 mit.

*Zur Verkürzung der Textlänge wird nur eine Geschlechtsform verwendet, die zum jeweiligen Kontext passt.

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