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Putzbrunner Sportverein

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PSV Mega-Kulturfahrt vom 11.10 bis 13.10.2019 nach Bayreuth

Organisator Manfred St. hat wieder einmal sein Meisterwerk abgeliefert!

22 Putzbrunner Teilnehmer werden rechtzeitig vor der Reise über das detaillierte Programm exzellent informiert. Treffpunkt ist am Freitag, den 11.10.2019 um 12 Uhr am S-Bahnhof in Neubiberg. Die Fahrkarten sind bereits gekauft und alle Schmankerln zur unbedingt notwendigen Verköstigung im Zug sind vorab schon bekannt.
Selbstverständlich sind auch die Erzeugerinnen der Köstlichkeiten wie die Zitronenkuchenbäckerin Rosi und Sybille, die Schinkenröllchen im Blätterteigproduzentin, bereits namentlich genannt. Das alles ist natürlich zwingende Voraussetzung für eine atmosphärische und kommunikative Zugfahrt. Dazu gehört natürlich auch die Selbstversorgung beim Gosch mit seinen Fischsemmeln im HBF.

So ist es erklärlich, dass Danksagungen schon vor Antritt der Reise ausgesprochen werden (André!)

Und das Wetter ist ausgesucht schön, warm und viel, manchmal fast zu viel Sonnenschein.

Anreise

Um 16.30 Uhr betreten wir das Hotel „Goldener Hirsch“. Um 17:00 Uhr treffen wir uns zu einem Begrüßungstrink in der Lobby. Das heißt auch: Entsprechend Manfred’s Aufforderung machen wir uns fit!!! Darüber hinaus registrieren wir mit Wohlwollen, dass jeder ein Gastgeschenk des schönen Hotels, entweder eine Fl. Tucher Helles Hefe Weizen oder einen Piccolo erhält. Ein Ehepaar aus Ansbach, ? Namen? Freunde von Manfred und Sybille, vergrößern unsere Gruppe auf nunmehr 24 Teilnehmer.

Um 17.30 Uhr wird es ernst. Wie von Manfred angekündigt, müssen wir Stehvermögen beweisen bei dem 4xGehen-Menü. Wer es noch nicht kennt: 4x Gehen bedeutet, wir werden jeden Menü-Gang in einem anderen Lokal einnehmen. Dauer ca. 4 Stunden. Im letzten Lokal können wir dann den Abend ausklingen lassen. Das Menü ist bezahlt, Getränke gehen extra und dürfen sofort nach Erhalt kassiert werden, damit wir nicht zu viel Zeit verlieren beim Lokalwechsel. Der Hinweis von unserem Hotelier: „Bitte vorher nichts essen! betrachten manche von uns schon jetzt  als Teilnahme an einem „Iron Man/Woman“.

1. Station ist das Hotel Weihenstephan gleich neben unserem Hotel.
Hier werden wir überrascht mit der Vorspeise Kürbis- oder Leberknödlsuppe. Dazu erlauben wir uns als Aperitif ein Bier. Zur Verdauung haben dann einige großen Spaß beim Ritt auf einem roten Holzpferdchen, ganz so wie früher.

Anschließend machen wir einen Spaziergang zur nächsten Einkehr, dem „Engins Ponte am Canale Grande“. Hier wird uns ein gemischter Salat kredenzt. Dazu genießt manch einer ein Aktien Zwickl Kellerbier.

Die nächste Station ist die Traditionsgaststätte Wolffenzacher mit seinem schönen Intérieur im 20er-Jahre-/Burschenschafts-Look.
Hier bestellen wir Fisch oder Fleisch.

Schon mehr als satt wandern wir dann zum „Oskar“ am Bayreuther Marktplatz zum Dessert. Es gibt wunderbare „Apfelkücherl“. Nach dem Motto, a bisserl was geht immer, schaffen wir auch dieses Bayerische Schmankerl noch. Dann aber sind die meisten von uns geschafft und wir schlendern zurück in Hotel.

Samstag, der 12.10.2019

Nach dem ausgiebigen Frühstück werden wir von der geprüften Gästeführerin, Frau Gisela Ott, am Hotel abgeholt. Sie führt uns zunächst zum Wittelsbacher Brunnen, der 1914 errichtet wurde. Dann schlendern wir zum Markgräflichen Opernhaus, ein UNESCO-Weltkulturerbe. Das Markgräfliche Opernhaus ist das besterhaltene Beispiel eines freistehenden barocken Hoftheaters. In weniger als vier Jahren Bauzeit entstand von 1744 bis 1748 ein Meisterwerk barocker Festarchitektur. Vorbild waren die größten Opernhäuser der Zeit in Wien und Dresden. Das Markgräfliche Opernhaus folgt dem Typus des italienischen Logentheaters. Das aus Holz und Leinwand gefertigte, vollständig erhaltene Logenhaus ist als selbsttragende Konstruktion in die steinerne Gebäudehülle eingestellt. Treibende Kraft hinter dem Ausnahmeprojekt war die musik- und theaterbegeisterte Markgräfin Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth (1709-1758). Anlass der Errichtung war die 1748 mit großem Aufwand gefeierte Hochzeit ihrer einzigen Tochter, Elisabeth Friederike Sophie, mit Herzog Carl Eugen von Württemberg.

Dann besuchen wir das „Neue Schloss Bayreuth“, der Residenz der Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth. 1753 – 1757 wurde es erbaut nach Plänen von  Joseph Saint-Pierre. Danach wandern wir bei warmen, sonnigen Wetter durch den wunderbaren Park dieses Schlosses. Insbesondere tolle Fotos von der phantastischen Laubfärbung der Bäume und Sträucher machen die Wanderung zu einem Hochgenuss. Der Weg führt uns zur Freimaurer-Loge von Bayreuth.
„Die Freimaurerei, auch Königliche Kunst genannt, versteht sich als ein ethischer Bund freier Menschen mit der Überzeugung, dass die ständige Arbeit an sich selbst zu einem menschlicheren Verhalten führt. Die fünf Grundideale der Freimaurerei sind Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität. Sie sollen durch die praktische Einübung im Alltag gelebt werden. Die Freimaurer organisieren sich in sogenannten Logen.“

Weiter geht es zum Haus Wahnfried, dem heutigen Richard Wagner Museum. Seit 1976 ist im Haus Wahnfried das Richard-Wagner-Museum mit einer ständigen Ausstellung über Richard Wagner und die Bayreuther Festspiele. Am Haus prangt der Spruch: „Hier wo mein Wähnen Frieden fand – Wahnfried – sei dieses Haus von mir benannt.“

Für 14 Uhr hat Manfred den Besuch des Marionettentheaters „Operla“ gebucht. Es wird die Richard Wagner Oper „Lohengrin“ aufgeführt. Wir nehmen Platz in diesem zauberhaften Minitheater. Die Bühne ist ca. einen Meter lang und 70 Zentimeter tief. Die Darsteller sind Marionetten, Puppen aus Holz, aber nicht hölzern. Die Darstellung: die zauberhafte Umsetzung der Wagner Oper Lohengrin in 130 Minuten. Wohl dem, der sich vorher mit der Geschichte von Lohengrin beschäftigt hat und Sitzfleisch hat.
Als Pausensnack gibt es zu essen und zu trinken, u.a. mit Gebäck in  Schwanenform und Schwanenbier. Wow! Spitze! Nach der Pause sitzt der Berichterstatter vorne in der ersten Reihe. Dadurch kann er die Puppen (Marionetten) von nahem bewundern und stellt fest, dass die Puppen entsprechend ihrer Rolle in der Oper Lohengrin auch einen ganz bestimmten Charakter darstellen. Die Puppen haben ihren eigenen Charme und man spürt den Spaß und die Hingabe, mit denen sie gestaltet wurden.

Nach Ende der Vorstellung schlendern wir durch die Stadt zurück zu unserem Hotel. Programmgemäß beginnt im Hotel um 18:00 unser vorbestelltes 3-Gang Menü im Hotel. Allseits wird das Essen sehr gelobt.

Anschließend erinnert Manfred daran, dass er noch die „Maisel Bierwelt“ besuchen wird, um ein schönes Weißbier zu verköstigen. Ca. 50 Prozent der Teilnehmer schließen sich ihm an. Der Rest versucht sich mit einem Verdauungsspaziergang bzw. Matratzenhorchdienst.

Sonntag, der 13.10.2019

Nach 20 minütiger Wanderung erreichen wir die wunderschöne Parklandschaft des Richard-Wagner-Festspielhauses, auch „Bayreuther Festspielhaus“ oder „Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in Bayreuth“ genannt. Es wurde in den Jahren 1872–75 von Otto Brückwald nach Entwürfen von Richard Wagner im Stil der hellenistischen Romantik errichtet. Anders als viele Opernhäuser hat es kein festes Ensemble und wird jedes Jahr ausschließlich vom 25. Juli bis 28. August im Rahmen der Bayreuther Festspiele mit Opern beziehungsweise Musikdramen von Wagner in 30 Vorstellungen bespielt. Es wird als eines der Opernhäuser mit der weltweit besten Akustik angesehen. Die dort auftretenden Dirigenten und Musiker gehören zur „Champions League“ erklärt uns unser humorvoller und glänzender Gästeführer Peter Zinnecker. Mit seinen „lebenslangen“ Festspielhauserfahrungen, mindestens 60 Jahre, erklärt er uns die Geschichte dieses Hauses. Die überlangen Wagneropern erfordern von den Besuchern eine ausdauernde Sitzkondition in heißestem Saunaklima. Das Haus besitzt keine Klimaanlage. Dafür sind alle Sitze aus Sperrholz mit dünnem Sitzpolster.

Anschließende Rückenschmerzen während oder nach der Oper sind normal. Das Festspielhaus zeigt ein stark ansteigendes Parkett in Form eines Amphitheaters sowie einen tief liegenden, für das Publikum unsichtbaren Orchestergraben, der dort als  „mystischer Abgrund“ bezeichnet wird. Der Orchestergraben hat eine geniale Schallabstrahlung, die nicht nur den Orchesterklang im Publikum zur Geltung kommen lässt, sondern auch das gegenseitige Hören der Musiker und Sänger ohne übermäßige Schallpegel erlaubt. Manchmal muss die Orchesteraufstellung daher den akustischen Eigenschaften angepasst werden.

Nach diesem Erlebnis fahren wir mit drei Taxis (Kleinbusse) zur Eremitage. Die Eremitage in Bayreuth ist eine ab 1715 entstandene historische Parkanlage mit Wasserspielen und Bauwerken. Dort befinden sich auch das sogenannte Alte Schloss, das Neue Schloss (Orangerie mit dem Sonnentempel) sowie weitere kleinere Gebäude. Die Eremitage ist offiziell auch ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Bayreuth.  

An den Südteil des Alten Schlosses wurde die „Innere Grotte“ angefügt, ein mit Glasschlacken und Muscheln verkleideter Raum, in dem aus mehr als 200 Düsen Wasser spritzen kann. Ganz in der Nähe, in der Schlossgaststätte Eremitage nehmen wir nochmal einen Cappuccino inklusive Sonnenbad. Dann besichtigen wir den Wasserturm, um 1718 erbaut und schlendern zur Inneren Grotte im Alten Schloss, um die Wasserspiele zu bestaunen. Wir müssen zurück zu unseren Taxis, die uns wieder ins Hotel fahren. Dann beeilen wir uns, rechtzeitig mit unserem Gepäck am Bahnhof einzutreffen.

Günter A.